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Wo ist der Reformationstag 2017 Feiertag?*

Der Reformationstag 2017 ist in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag: Zum 500-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags durch Martin Luther an der Schlosskirche in Wittenberg wurde in allen Bundesländern eine Sonderregelung geschaffen, um dieses Datum angemessen feiern zu können. Der Reformationstag 2017 ist also in allen deutschen Bundesländern arbeitsfrei und schulfrei.

Ab dem Jahr 2018 ist der Reformationstag dann wieder ein regionaler Feiertag in Deutschland. In den neuen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der 31. Oktober immer ein gesetzlicher Feiertag und damit arbeitsfrei. In Baden-Württemberg ist der Reformationstag generell schulfrei. In einigen anderen Bundesländern sollen evangelische Schüler vom Unterricht befreit werden, wenn sie den Gottesdienst besuchen wollen.

In Österreich und der Schweiz ist der 31. Oktober kein gesetzlicher Feiertag: In Österreich haben evangelische Schüler am Reformationstag allerdings schulfrei, evangelischen Arbeitnehmern muss ein Besuch des Gottesdienstes ermöglicht werden. In der Schweiz wird der Reformationstag am ersten Sonntag im November gefeiert, im Jahr 2017 also am 5. November 2017.

Reformationstag 2017 - Martin Luther

Außerhalb des deutschsprachigen Raumes ist der Reformationstag 2017 in Chile und Slowenien ein gesetzlicher Feiertag. In Chile wird der Feiertag dabei jeweils so gelegt, dass sich ein verlängertes Wochenende ergibt, im Jahr 2017 auf Freitag, den 27. Oktober 2017.

Wann ist Reformationstag 2017?

Martin Luther soll seine 95 Thesen am Tag vor Allerheiligen 1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben, also am 31. Oktober 1517. Deshalb wird der Reformationstag jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert. Im Jahr 2017 fällt der Reformationstag auf einen Dienstag. Die Termine für die Jahre 2017, 2018 und 2019 sind:

Reformationstag 2017: Dienstag, 31. Oktober 2017
Reformationstag 2018: Mittwoch, 31. Oktober 2018
Reformationstag 2019: Donnerstag, 31. Oktober 2019

In Sachsen ist der nächste Feiertag nach dem Reformationstag der Buß- und Bettag. In allen anderen Bundesländern die den Reformationstag begehen ist erst an Weihnachten wieder ein Feiertag

Was wird am Reformationstag 2017 gefeiert?

Am Reformationstag feiern evangelische Christen, dass die Vergebung der Sünden allein durch den Glauben möglich ist - also insbesondere ohne Beichtauflagen wie Ablasszahlungen. Zu Martin Luthers Zeit war es üblich, die Vergebung der Sünden an Geldzahlungen zu knüpfen. Luther vertrat die Ansicht, dass die Vergebung der Sünden bereits durch den Tod Jesu am Kreuz bereits geschehen sei.

Martin Luther verfasste seine 95 Thesen, in denen er die Praxis des Ablasshandels in Frage stellte, und versandte sie am 31. Oktober 1517 an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg. Die erhoffte Reaktion blieb aus, so dass Martin Luther seine Thesen an Bekannte verteilte und somit öffentlich machte.

Ob Martin Luther seine Thesen am 31. Oktober 1517 tatsächlich an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen hat, lässt sich weder belegen noch widerlegen. Dennoch wird dieses Datum heute als Reformationstag gefeiert.

Reformationstag Schlosskirche Wittenberg

Martin Luthers Reformation leitete einen Wandel in der Kirche ein: Mönche und Nonnen dürfen die Klöster verlassen. Evangelische Pfarrer dürfen heiraten. Die Gottesdienste werden erstmals in deutscher Sprache abgehalten. Im Mittelpunkt der Gottesdienste stehen Predikt und Abendmahl, Gesänge werden von der Orgel begleitet.

Besonderheit zum Reformationstag 2017

Im Jahr 2017 jährt sich der Beginn der Reformation durch Luthers Thesenanschlag in Wittenberg zum 500. Mal. Deshalb ist der Reformationstag 2017 ausnahmsweise in allen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Die Bundesländer, in denen der Reformationstag sonst kein Feiertag ist, müssen dazu speziell für das Jahr 2017 eigene Gesetze bzw. Verordnungen schaffen, die den Reformationstag 2017 als Feiertag festlegen; also Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und das Saarland.

Für den Reformationstag 2018 gilt dann wieder die bisherige Regelung. Am 31. Oktober 2018 wird nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag sein.

Über Martin Luther

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben als Sohn eines Bauern und Bergmannes geboren. Am Tag nach seiner Geburt, dem Martinstag 1483, wurde er auf den Namen Martin getauft. Im benachbarten Mansfeld wuchs Martin Luther mit neun Geschwistern in einer nicht übermäßig frommen Familie auf.

Nach seiner Zeit in der Mansfelder Stadtschule besuchte Martin Luther die Domschule in Magdeburg und die Pfarrschule St. Georgen in Eisenach, wo er fließend Latein lernte. Anschließend studierte er an der Universität Erfurt.

Während eines Gewitters im Jahr 1505 entschied er sich, Mönch zu werden, und stieg im Kloster der Augustiner-Emeriten in Erfurt schnell zum Diakon und Priester auf.

An der Universität Wittenberg studierte er schließlich ab 1508 Theologie. Von Anfang an beschäftigte er sich mit den Themen Buße, Beichte und Reue. Im Jahr 1512 promovierte Martin Luther zum Doktor der Theologie und erhielt den Lehrstuhl der Bibelauslegung an der Universität Wittenberg, den er bis zu seinem Tod am 18. Februar 1546 inne hatte.

Die Lutherbibel

Ein wesentlicher Beitrag Martin Luthers zur Reform der Kirche war seine Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Seine Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Lateinischen und vor allem dem Altgriechischen wurde im Jahr 1522 veröffentlicht. Unter mithilfe anderer Theologen entstand bis 1534 eine vollständige Übersetzung der Bibel. Hierfür zog Luther auch Althebräische und Aramäische Originaltexte heran.

Eine Online-Ausgabe der Lutherbibel findet sich hier: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/

Die katholische Kirche gab aufgrund der Beliebtheit der Lutherbibel bald darauf eine eigene Übersetzung heraus - unter Zuhilfenahme von Martin Luthers Vorarbeit.

Quelle: https://www.ekd.de/Reformationstag-10834.htm

*) Alle Angaben ohne Gewähr. Siehe auch Haftungsausschluss.